Die Uhr zurückdrehen mit Noam Chomsky – Das Propagandamodell & die Volkswirtschaft der Massenmedien TEIL 1

Noam Chomsky propagandamodell
Die Uhr zurückdrehen mit Noam Chomsky – Das Propagandamodell & die Volkswirtschaft der Massenmedien TEIL 1

Das folgende Video ist eine Übersetzung und Synchronisierung eines Vortrags, den Prof. Noam Chomsky an der University of Wisconsin am Abend des 15. März 1989 gehalten hat. Darin stellt er das Propagandamodell vor und erklärt anhand zahlreicher Beispiele aus der Berichterstattung über auswärtige Angelegenheiten, wie Propaganda und systemische Verzerrung in den Massenmedien wirken.

Im Video werden unter anderem die folgenden Fragen angesprochen:

  • Was lässt sich über die Geschichte der Propaganda sagen und wie wurde jene im 20. Jahrhundert angewendet?
  • Wie kontrolliert die Regierung den Informationsfluss in den Medienunternehmen wie der „Washington Post“ oder der „New York Times“? Und wie sind diese Unternehmen strukturiert, um den Fluss von Propaganda zu ermöglichen?
  • Mit welchen Methoden wird das Diskussionsspektrum und die demokratische Mitbestimmung eingeschränkt?
  • Was haben die sozialen Basisbewegungen der 60er Jahre beeinflusst und wie haben die Institutionen diese Entwicklung gesehen?
  • Wie ist die Geschichte der amerikanischen Außenpolitik und Propaganda in Lateinamerika? Welche Auswirkungen hatten sie auf die Menschen dort?

VIDEO: Noam Chomsky: Das Propagandamodell & die Volkswirtschaft der Massenmedien


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Auszüge aus dem Video:

Noam Chomsky über die rhetorische Standardsicht der Medien:

Es gibt eine Standardsicht – eine rhetorische Standardsicht, im Wesentlichen die von Richter Powell – nach der die Bevölkerung echte Kontrolle über den politischen Prozess haben soll, und nach der die Medien ihr das ermöglichen sollen. So die Rhetorik. Dann gibt es die Gegenmeinung, nach der das Volk ein gefährlicher Feind ist und zum eigenen Wohl kontrolliert werden muss. Und die Gegenmeinung ist sehr verbreitet. Ich wäre nicht überrascht, wenn das die Mehrheitsmeinung gebildeter, demokratischer Kommentatoren zur politischen Theorie bis zurück ins 17. Jahrhundert wäre.

Noam Chomsky über eine vermeintliche liberale Presse:

In einem ausgefeilten Propagandasystem ist diese liberale Tendenz äußerst wichtig. Diese Tendenz ist sogar unentbehrlich, denn sie sagt: bis hierher und nicht weiter, wir sind schon so extrem wie möglich; seht nur, wie liberal wir sind! Und natürlich werden dabei widerspruchslos alle stillschweigenden Voraussetzungen des Propagandasystems akzeptiert. Es ist ein wunderbares System, bei dem die Propaganda nie offen zu Tage tritt. Das wäre vulgär und zu durchsichtig, stattdessen setzt man sie einfach voraus. Wer diese Voraussetzungen nicht teilt, ist nicht Teil der Diskussion. Dabei werden sie dem Publikum nicht mit Brachialgewalt eingebläut, sondern einfach zur Diskussionsgrundlage gemacht. Wer sie nicht akzeptiert, kann nicht mitreden.

Noam Chomsky über Vorhersagen des Propagandamodells:

Das Propagandamodell macht eine Reihe von Vorhersagen. Es sagt voraus, wie die Medien sich verhalten. Die Vorhersagen können getestet werden. Eine davon bezieht sich auf das Propagandamodell selbst. Sie besagt, dass man das Propagandamodell nicht ernst nehmen wird. Und wenn man die Sache durchdenkt, gibt es dafür gute Gründe. Das Propagandamodell besagt, dass die Debatte innerhalb von Prämissen stattfinden muss, die den Interessen der Mächtigen dienen, und das Modell selbst stellt diese Prämissen in Frage. Deshalb muss es aus der Debatte eliminiert werden. Diese Vorhersage ist übrigens sehr gut bestätigt: Es ist nicht Teil der Debatte. Schon das ist eine gewisse Unterstützung für das Propagandamodell. Daher hat dieses Modell auch etwas Niederschmetterndes. Die Behauptungen des Propagandamodells sind entweder wahr oder unwahr. Wenn sie unwahr sind, kann man sie ignorieren. Wenn sie wahr sind, muss man sie ignorieren. Oder? So oder so kann man also sicher sein, dass dieses Modell nicht diskutiert werden wird. Und genauso ist es auch. Von da an sind die Hauptfragen faktischer Natur. Ist die Annahme über die Grenzen der Debatte richtig oder falsch? Das ist eine faktische Annahme, man kann sie untersuchen. Sie ist das eigentliche Thema, das studiert werden sollte. Wir haben hier nicht die Zeit, das zu tun, und so werde ich nur einige Kommentare dazu machen und ein paar Beispiele geben.

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Beitragsbild: Noam Chomsky Young


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