Veranstaltungstipp: Waren die G20-Krawalle revolutionär?

Waren die G20-Krawalle revolutionär? Die Rolle des Aufstandes für den Kampf um Herrschaftsfreiheit

Waren die G20-Krawalle revolutionär? Die Rolle des Aufstandes für den Kampf um Herrschaftsfreiheit


Prof. Dr. Hans-Martin Schönherr-Mann veranstaltet ein wissenschaftliches Symposion »Revolution 100 Years After – System, Geschichte, Struktur, Performanz einer politisch ökonomischen Theorie« am kommenden Wochenende. Die blutigen Revolutionen in den letzten beiden Jahrhunderten haben die romantische Hoffnung auf eine gewaltgestützte Humanisierung der modernen Gesellschaft verblassen lassen. Trotzdem beseelt einerseits der Traum einer schnellen umfassenden Gesellschaftsveränderung auch 100 Jahre nach der Oktoberrevolution immer noch viele Gemüter. Andererseits spekulieren gar nicht wenige mit jenem von Marx erwarteten Zusammenbruch des Kapitalismus, jüngst beispielsweise Paul Masons Postkapitalismus. Marx hat denn auch die politisch ökonomischen Theorien der Revolution nachhaltig geprägt, wiewohl er damit nach Pierre Bourdieu den Revolutionsbegriff in die Irre führte. Das Symposion soll diese Sachlagen reflektieren und vor allem danach fragen, welche Rolle die Idee der Revolution heute noch spielt.

Das Symposion steht allen Interessierten offen und wendet sich insbesondere an Lehrende und Studierende der LMU sowie der anderen Münchner Hochschulen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Für die einzelnen Vorträge mit Diskussion gibt es keine Zeitbegrenzung. Die Pausen zwischen den Vorträgen werden jeweils festgelegt. Das Symposion endet am Samstag 4. November spätestens um 23h. Bei Bedarf wird das Symposion am Sonntag 5. November um 12h fortgesetzt. Ende des Symposions spätestens 20h. Vorläufige Reihenfolge der Vorträge:

  • Manuel Knoll: Aristoteles als Begründer der Theorie von politischen Revolutionen
  • Daniel Mirbeth: Ludwig XVI. und Nikolaus II. – sichtbares und unsichtbares Verschwinden der Monarchie.
  • Dominik Lehmann: Zum Ursprung und der Entwicklung des Revolutionsbegriffs in China
  • Valentina Tulechov: Der moralische Minimalismus am Beispiel der Samtenen Revolution von 1989
  • Anil Jain: Fundamente revolutionärer Praxis: Widerspruch, Widerstreit, Widerstand.
  • Peter Seyferth: Waren die G20-Krawalle revolutionär? Die Rolle des Aufstandes für den Kampf um Herrschaftsfreiheit
  • Andrea Umhauer: (Un)Möglichkeiten von gewaltfreiem Widerstand
  • Linda Sauer: Biedermann und die Avantgarde. Vom bürgerlichen Erwachen des Widerstands
  • Mario Beilhack: Die Angst vor der Terreur – über das bürgerliche Unbehagen mit der Revolution
  • Michael Bräustetter, Maximilian Hartung: Disruption – Jubiläum einer Theorie?
  • Markus Penz, Kelly Ortega: Entschleunigung der Revolution
  • Michael Löhr: »Revolution als medialer Sprung. McLuhans medientheoretische Geschichtsphilosophie«
  • Hans-Martin Schönherr-Mann: Was heißt friedliche Revolution?

INFOS:


ÜBER DR. PHIL. PETER SEYFERTH

Dr. phil. Peter Seyferth ist ein politischer Philosoph aus München. In Forschung, Lehre und Vorträgen beschäftigt er sich mit Ideen, die das politische Handeln beeinflussen. Seine Schwerpunkte sind der Anarchismus (also der Kampf gegen Herrschaft in zwischenmenschlichen Beziehungen) und die Utopie (also die meist literarische Vorstellung einer besseren Gesellschaft). Dabei behandelt er viele weitere Themen, die damit zusammenhängen: egalitäre Entscheidungsverfahren, nichtstaatliche Demokratie, Machttheorien, Anthropologie, Diskurse über Gerechtigkeit und Legitimität. Zuletzt veröffentlichte er das Buch »Den Staat zerschlagen! Anarchistische Staatsverständnisse«.

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  1. Waren die G-20 Krawallen Revolutionär?
    Nein, ich würde ihnen noch nicht mal denn status einer Revolte verleihen.
    Warum?
    Da stellt sich erst mal die Frage nach der Definition einer Revolution oder ihrer Vorstufe der Revolte.
    Die sind meiner Meinung nach hier nicht gegeben.
    Begründung: wären die Absichten der G-20 Gegner Revolutionär gewesen, weshalb sind die Proteste nach dem Gipfel wieder verschwunden? Was soll dass denn für eine Revolution sein dessen Datum und dessen Ende nicht von den Revolutionären ausging sondern vom Veranstalter des Gipfel denn Mann bekämpfen will. Für die sogenannten Revolutionären war von vorherein klar dass sie nach dem Gipfel wieder ihrer Bürgerlichen Arbeit nachgehen werden. Ihre Steuern bezahlen um ein System zu stützen gegen dass sie doch gerade noch bekämpft haben.
    Hätten die Proteste oder Krawalle einen Revolutionären Geist gehabt, wären die Plätze schon wochen im Voraus besetzt worden, sie wären auch nach dem Gipfel nicht einfach verschwunden, da ihr Ziel, eine Veränderung zu bewirken ja nicht erreicht wurden. Viel mehr noch, die Krawalle richteten sich nicht gegen Staatliche Strukturen oder gegen genau die Eliten die durch denn G-20 Gipfel und der Globalisierung des Kapitalismus profitieren, sonst wären die Krawalle ja in den Reichen Vororten verübt worden oder vor Staatlichen Gebäude, Polizeiposten, Banken ect.
    Nein es hatte eher denn Eindruck eines unausgesprochenen Konsens zwischen denn beiden Konfliktparteien, so nach dem Motto, wir devinieren ein Datum mit begrenzter Dauer wo sich Krawallmacher mal Austoben können und wir als Staatsmacht uns darauf vorbereiten können. Danach ist des Protest genüge getan und jeder kann wieder seinen Bürgelichen pflichten nachgehen. Der Bürger hat sein Gewissen beruhigt, denn er hat sich ja gegen die Ungerechtikeit gewehrt, ohne grossen schaden davon zu tragen. Und der Staat konnte so erreichen dass der Wütende Bürger dampf ausslasen kann und konnte so die Wut dess Bürgers auf einen Punkt kanalisieren denn er Unter kontrolle halten kann.
    Für beide Seiten war also klar dass der Protest nicht lange dauern wird!
    Auch war beiden klar dass diese Zeitlich bergenzten Proteste nichts bewirken werden. Von daher glaube ich dass weder die G-20 Gegner darin einen Revolutionären Gedanken sahen noch bestand für denn Staat je die Gefahr dass daraus eine Richtige Revolte entsehen könnte die in einer Revolution enden könnte!

    Es hat für mich daher nicht die Definition einer Revolution oder Revolte verdient, da es einfach denn Geist etwas zu verändern und die Nötigen Konsequenzen die eine Solche mitsich bringen würde nicht zur Geltung kam. Eine Revolution ist eine ernste Sache. Nur wer bereit ist die Konsequenz einer Revoltion zu tragen und sie vehement Verfolgt gilt für mich als Revolutionär. Und dies ist in diesem Fall definitiv nicht gegeben.

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