Die lange Geschichte der Verfolgung kurdischer Medien – in Europa | Kerem Schamberger

kurdischer Medien - Schamberger
Wenn in der Türkei ein weiterer Fernsehsender dicht gemacht, eine andere Zeitung geschlossen oder gar Journalisten festgenommen werden, ist Europa (zurecht) in heller Empörung. Mehr als 149 Medien sind seit dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 bereits geschlossen worden, Tendenz steigend. Nicht ein Tag vergeht ohne Nachricht über weitere Verhaftungen. Zuletzt war es die deutsche Journalistin Mesale Tolu, die für das mittlerweile ebenfalls verbotene Özgür Radyo gearbeitet hatte. Sie sitzt seit mehr als zwei Wochen im Gefängnis.

Cizre, Ach Cizre! – Kerem Schamberger

Kerem Schamberger
Die ersten Ausgangssperre seitens des türkischen Militärs wurde zwischen dem 4. und 12. September erlassen. Danach gab es vier weitere Ausgangssperren. Die längste begann am 14. Dezember – sie ging 79 Tage lang. Dabei wurden 251 Menschen getötet, die meisten davon ZivilistInnen. 172 Leichname sind so entstellt, dass bisher nicht geklärt werden konnte, zu welcher Person sie gehören. 79 Körper wurden mittlerweile beerdigt, ohne zu wissen, wer es war.

Der Schamberger-Report VI

Willkommen zu dem Schamberger-Report, wo tägliche Updates zu den Entwicklungen in der Türkei, der kurdischen Region und Syrien in chronologischer Reihenfolge zur Verfügung gestellt werden. Kerem Schamberger ist Kommunikationswissenschaftler und Mitarbeiter des Instituts für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung isw e.V. Er engagiert sich unter anderem im Verein marxistische linke, ist einer der beiden Sprecher der DKP München und unterstützt den Verband der Studierenden aus Kurdistan YXK. Die unten aufgeführten Posts sind von seiner Facebook-Seite entnommen.